Datum:

03.03.2026

Riso an der hsrm

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Risodruck ist eine Liebeserklärung an das Analoge. Ursprünglich in den 1980er Jahren in Japan entwickelt, verbindet der Risodruck die besten Eigenschaften von Siebdruck und digitaler Reproduzierbarkeit. Seit dem letzten Jahr gibt es auch an der Hochschule RheinMain eine Druckwerkstatt in der der Riso angeboten wird.

Jaqueline Hen baut dort als betreuende Professorin im Fachbereich Kommunikationsdesign eine kleine Oase für Druckbegeisterte auf. Bunte Drucke hängen aufgereiht an den Wänden und bringen die Räume im Keller der Hochschule unter den Eichen zum leuchten. Viel unscheinbarer als die Ergebnisse steht der Riso-Drucker selbst in einer Ecke des Raumes. Seine Erscheinung erinnert eher an die eines Kopierers aus den 1980er Jahren als an die einer modernen Druckmachine.

Beim Risodruck wird zunächst ein sogenannter Master erstellt – eine Art Schablone, in die mithilfe von Hitze winzige Löcher in eine Wachspapierfolie gebrannt werden. Dieser Master wird anschließend auf eine Drucktrommel gespannt, die mit einer speziellen ölhaltigen Tinte gefüllt ist. Während sich die Trommel dreht, drückt sie die Tinte durch die offenen Stellen des Masters direkt auf das Papier. Für jede Farbe wird ein eigener Master angefertigt, und der Druckprozess erfolgt schichtweise nacheinander. Beim Riso wird mit Schmuckfarben gearbeitet, wodurch die Ergebnisse eine besondere Leuchtkraft entwickeln. Außerdem entstehen durch die aneinander gereihten Druckdurchläufe mit unterschiedlichen Farben ein minimaler Versatz und kleine Unregelmäßigkeiten, die den Drucken einen besonderen Look verleihen.

Das Verfahren beim Riso funktioniert machinell. So sind auch kleinere Auflagen mit geringerem Aufwand zu stemmen.

Das Verfahren beim Riso funktioniert machinell. So sind auch kleinere Auflagen mit geringerem Aufwand zu stemmen. Eine weitere Besonderheit ist die Umweltfreundlichkeit des Risographen, dessen Farben auf Sojaöl und Masterfolien auf Bananenfaser basieren. Der Riso druckt sehr energiesparend, da keine Hitze zum Fixieren aufgewendet werden muss. Außerdem entsteht durch die Verwendung von Tinte, statt Toner, kein Feinstaub.

So entsteht eine einzigartige Kombination aus Ästhetik, Nachhaltigkeit und Spielraum für Expreiment. Die leuchtenden, intensiven Farben und der leicht unperfekte Look verleihen jedem Druck ein handgemachtes, individuelles Flair, das im digitalen Druck schwer zu erreichen ist. Verständlich also, dass die Kurse von Jaqueline Hen gut gebucht sind. In diesem Semester arbeit sie mit Studierenden in ihrem Kurs „Soup of the day“ an einem Koch-Zine. Die gesammelten Rezepte bringt die Gruppe anschließend direkt in die Hochschule und bietet ab nächstem Jahr einmal im Monat Suppe in der Druckwerkstatt an. Gegessen wird an der langen Tafel, die sonst für den Austausch innerhalb der Kurse genutzt wird. So öffnen sich die Räume für alle und ermöglichen ein ungezwungenes Beisammensein.

 

Aktuell ist der Risograph nur innerhalb der Kurse nutzbar. Aber das soll sich in Zukunft möglichst ändern. Die Druckwerkstatt soll für alle zugänglich sein und das Angebot weiter wachsen. Im letzten Herbst wurden bereits Bindemachinen angeschafft um die Produktion des Hochschulkalenders zu ermöglichen. Außerdem gibt es bereits Stationen für Linoldruck. Wir freuen uns schon jetzt auf alles, was noch kommt und auf viel Austausch und Experiment zwischen Suppe und Risodrucken.

Fotos: Kira Jacobi